OLED-TV zeigt sensationellen Kontrast

von: Philipp Kapitel13. August 2012, 10:56

Premiere auf 138 Zentimetern (55 Zoll): COMPUTERBILD testet den 55EM960V von LG mit der neuen Bildschirm-Technik OLED / Superflach, superbrillant, superteuer.

Die Bildschirm-Technik der Zukunft rückt näher: Endes des Jahres will LG den bislang größten OLED-Fernseher auf den Markt bringen. COMPUTERBILD hatte ihn bereits jetzt im Testlabor – und der erste Eindruck war überwältigend (Heft 18/2012, ab Samstag am Kiosk).

OLED steht für Organische Leuchtdiode. Bei einem OLED-Bildschirm leuchtet jedes Pixel selbst. So lässt sich die Helligkeit für jeden einzelnen Bildpunkt regeln – das ergibt einen sensationellen Kontrast. Mit seinen insgesamt acht Millionen OLEDs zauberte der Fernseher im COMPUTERBILD-Test plastische und knackige Bilder auf den Schirm. In dunklen Bereichen sind feinste Nuancen und Schattierungen erkennbar, gleichzeitig strahlen selbst kleine Lichtpunkte hell und brillant. Mit 60000:1 erreicht er einen zehnmal höheren Kontrastwert als heutige LCD- oder Plasma-TVs. Die OLEDs strahlen zwar nicht so stark wie ein LCD-Schirm, die maximale Helligkeit liegt auf Plasma-Niveau. Allerdings sieht das Bild viel knackiger aus als auf einem Plasma-TV. Eindruck machte auch die Schaltgeschwindigkeit der Pixel: Sie reagieren viel schneller als LCDs und Plasmas, teils in Bruchteilen einer Millisekunde. Bewegungen erscheinen deshalb messerscharf. 3D-fähig ist der LG ebenfalls. Doch schon in 2D hat das Bild eine so fantastische Tiefenwirkung, dass sich auf 3D glatt verzichten lässt.

Die OLED-Technik steckt bislang fast nur in kleinen Bildschirmen, etwa für Smartphones. Mit stolzen 138 Zentimetern (55 Zoll) Bilddiagonale ist der LG dagegen selbst für ein TV-Gerät enorm groß, der Bildschirm mit gerade mal vier Millimetern superflach. Anschlüsse und übrige Technik mit Empfängern für Antenne, Sat und Kabel sowie Internetanschluss stecken im Fuß.

Das Gerät im COMPUTERBILD-Test war ein Vorserienmodell – daher sind die Testergebnisse nur vorläufig. Im Labor fielen noch Ruckler, Klötzchen im Bild und ungleichmäßige Helligkeit auf. Doch schuld an diesen Schwächen hatte wohl eher die unfertige Elektronik als die OLED-Technik. Fazit: Der LG 55EM960V macht bereits als Vorseriengerät Lust auf die Bildschirmtechnik der Zukunft (vorläufiges COMPUTERBILD-Testergebnis: 2,19). Mit einem voraussichtlichen Preis von 8000 Euro wird er für viele TV-Fans aber vorerst ein teurer Traum bleiben.

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Quelle: inar.de


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